Workshop zum Thema Trans*

Liebe Kommiliton*innen,

Wir sind das Queer Referat: Menschen, die der Charité Berlin verbunden sind. Unser Ziel ist es, einen offenen Raum für Austausch und politische Arbeit rund um queere Themen zu etablieren.

Dabei haben wir uns unter anderem mit der Thematisierung von Trans*identitäten im Rahmen des Medizinstudiums an der Charité beschäftigt. Wir sind mit dem Curriculum diesbezüglich unzufrieden: In 12 Semestern gibt es nur eine einzige Lehrveranstaltung, die sich mit „Transsexualität“ (übrigens ein Begriff, der von vielen Trans*personen als pathologisierend gewertet wird) beschäftigt: „Transsexualität und konträrgeschlechtliche Hormonbehandlung“ (M22). Ob diese Vorlesung Trans*personen gerecht wird (und werden kann) ist streitbar.

Da in der Vorlesung wichtige Konzepte (Trans*identitäten, Homosexualität, Intersex,..) miteinander vermischt und nicht eindeutig erklärt werden, folgen einige knappe Definitionen für euch:

Transgeschlechtliche Menschen (auch: Transgender) sind alle die, die nicht in dem Geschlecht leben können oder wollen, welchem sie bei ihrer Geburt zugeordnet wurden. Hierzu zählen Transsexuelle, Drags, Transidenten, Cross-Dresser und viele mehr.

Intergeschlechtliche Menschen (auch: Intersexuelle, Zwitter, Hermaphroditen) sind Personen, die mit körperlichen Merkmalen geboren werden, die medizinisch als „geschlechtlich uneindeutig“ gelten. Neuerdings wird von medizinischer Seite vermehrt die Bezeichnung „DSD“ (engl: „Disorders of Sexual Development“) bevorzugt, was von vielen Initiativen intergeschlechtlicher Menschen stark kritisiert wird.

Der Überbegriff Inter* ist ein Begriff, der sich aus der Community entwickelt hat, und der als ein emanzipatorischer und identitärer Überbegriff die Vielfalt intergeschlechtlicher Realitäten und Körperlichkeiten bezeichnet.

Der Verein TransInterQueer Berlin hat Broschüren für medizinisches Fachpersonal herausgegeben, die ihr unter diesem Link lesen könnt:

trans*:

http://www.transinterqueer.org/download/Publikationen/triq_infobroschuere_medizinpsych_berufe.pdf

inter*:

http://www.transinterqueer.org/download/Publikationen/InterSensibroschuere_2013.pdf

Wir legen euch die Lektüre wirklich ans Herz, weil sie wichtige Informationen für euch als zukünftige Ärzt*innen enthält.

Beiers Vorlesung ist trans*feinlich. Er wertet Selbstbefriedigung als absolute Kontraindikation körperverändernder Maßnahmen, was die komplexe, vielfältige und sehr reale Sexualität von Trans*personen verleugnet. Er spricht sich gegen die reversible Pubertätsblockade mit GnRH-Analoga (die von den großen internationalen Fachgesellschaften befürwortet wird) aus und spricht davon, Jugendliche so der Erfahrung ihrer „authentischen Pubertät“ zu berauben – Pubertätsblockaden kommen jedoch vor Tanner Stadium II oder III  der Pubertät eigentlich nicht in Frage – die (häufig als extrem belastend empfundene) Pubertät im Zuweisungsgeschlecht wird also eh erlebt. Er stellt Homosexualität konsequent als eine Art „Differentialdiagnose“ zur Trans*identität dar, was unter anderem vielen nicht-heterosexuellen Trans*Personen die Existenz abspricht. Und, und, und…

Um auf diese Situation zu reagieren haben wir uns entschlossen, dieses Semester wieder einen Workshop anzubieten, der das Thema Trans* aus einer anderen Perspektive beleuchtet. Der Workshop wird von einer externen Referentin geleitet und findet zu den folgenden Terminen statt:

  • 11.12. um 12:00
  • 12.12. um 14:00
  • 13.12. um 12:00

Ihr könnt euch per Mail unter queerrefcharite@riseup.net für euren Wunschtermin anmelden.

Wir freuen uns auf euch!

Schöne Grüße

Eure Queers

Hier findet ihr den Info-Flyer zum Workshop:

transworkshop Winter 2018

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